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Berichte des NVL

Die 33. Bunten Abende im Rückblick

rauszufinden ist, bei nur noch vier Tischreihen. Erst danach hat dann die Crew die weiteren sicherheits-relevanten Ratschläge los werden können und so konnte dann glücklich nach 15 Minuten mit dem Programm begonnen werden. Natürlich ist auch die Begrüßung, wie immer, ein Programmpunkt.

Im letzten Jahr noch in der Märchenstunde, heute in der Sprechstunde, obwohl da vielleicht kein großer Unterschied ist. Die Luibrechthopser hatten ihr Wartezimmer aufbauen lassen und die vollbusige Sprechstundenhilfe hatte alle Hände voll zu tun, die vielen Krankheiten zu notieren. Offenbar war die Praxis von Dr. Pfusch und seiner Sprechstundenhilfe Daniela Katzenberger kein Frauenarzt, denn es waren nur Männer da. In einfühlsamen Gesprächen konnte sie alle bedienen, auch den Herrn, der die Stuhlprobe vergessen hatte und dafür die Unterhose abgeben wollte, und den weiteren Patienten, der die Urin - Proben nach den verschieden Bunten-Abenden-Besuchen ganz locker sortieren konnte. Ein Patient kam mit einer schweren Kopfverletzung. Wie es sich herausstellte, wurde sie ihm von seiner Frau zugefügt. Besondere Freude herrschte, als sich ein weiterer Kranker über den vermeintlichen Campari freute (es war der Urin vom Vorgänger) und dann auch gleich in Ohnmacht fiel. Dank der neuesten Technik mit Fahrradpumpe und Druckmassage war er dann wieder bald auf den Beinen. Besonderen Ärger gab es immer mit den Praxisgebühren und dem „Kärtle“, das von Daniela auch meist durch den Schlitz gezogen wurde. Der letzte Patient war so genervt, dass er gleich da blieb, obwohl er nicht krank war. Ob Verunkel, Läuse oder Vaterschaft, bei Daniela war alles datentechnisch ganz sicher. Nur der Herr vom Südkurier sah das ganz anders und war ständig am notieren, aber bei der Gelegenheit konnte er gleich den soeben gespielten Sketsch der Luibrechthopser schreiben, die auch ihren 33. Bunten Abend hatten.
Die neuere Tanzgruppe vom MV hat uns in die 60 Jahre entführt zu Petticoat und Cadillac. Glänzend koregraviert und perfekt einstudiert waren sie mit ihrem Umbrella Rock’n’Roll unterwegs, die flotten Kleidchen mit einem Petticoat unterlegt. Die dazu passende Licht-Show hat das Ganze noch ins richtige Licht gesetzt und so war es kein Wunder, dass die Zuschauer eine Zugabe wollten.

Die KLJB hat in den Friseeehhhrsalon eingeladen, „Der Schönheit ganz nah“. Das lebende Lexikon von Lippertseute, die Trude, war zuerst da und wurde von Schtella, die sich aber lieber Stella gerufen hört, betreut. Gekonnt hat der Friseurmeister sich mit ihr unterhalten, sei es über Techtel-Mechtel, Kinder oder Verwandtschaftsbeziehungen. Unser Mann von der Bundeswehr war mit der Behandlung durch den schwulen Friseur gar nicht zufrieden, offenbar war dieser auch nicht besonders helle, denn er bringt immer wieder den Fön, der schön seit 4 Jahren kaputt ist. Da hilft nur ein Anruf beim städtischen Mitarbeiter, der mit dem „Bissle Lippertsreute“ offenbar nicht ausgelastet ist und immer wieder mit seinem Laubgebläse kommen kann, wenn Not am Mann ist und Haare zu trocken sind. Bei der Trude, die nicht auf den Heiligen Berg, sondern auf den Heiligenberg will, musste dann noch viel Farbe versprüht werden, um die reichlich vorhandenen grauen Haare abzudecken. Ein gelungener Auftritt der KLJB, die schon seit Jahren ein fester Bestandteil der Bunden Abende sind.

An dieser Stelle setzte ich jetzt einfach mal den „Auftritt“ des Techniker-Teams. Aus einer Laune heraus geboren, einfach mal was zu machen, was niemand weiß und daher auch keiner auf seinem Plan hat, begann alles mit einem flackernden Strahler, weitete sich dann zu einem Gespräch über Kabel, Widerstände und die Erdanziehung aus. Da half auch kein Schnaps, auf den 33. Bunten Abend getrunken, es flackert immer weiter. Natürlich war auch der Mann vom Ton nicht hilfreich, obwohl Teilerfolge mit kräftigem Treten auf den Boden zu vermelden waren. Nachdem alle drei kräftig zutraten, war das Licht dann ganz aus. Auf ihre Weise haben uns die drei mal wieder klar gemacht, dass ohne Licht und Ton alles umsonst ist und noch so fleißiges Proben nicht ankommt, wenn es einfach nicht gesehen oder gehört werden kann. Diese Einlage gab es am Freitag und am Samstag zu verschieden Zeiten.

Nach der Pause war diese vom Moderator noch nicht offiziell beendet, da waren schon zwei Putzfrauen auf der Bühne, wirbelten allerlei Staub auf und haben die Besucher der ersten Reihe ganz schön ins schwitzen gebracht. Wer da vorne sitzt, der hat den Blödheitsfaktor eingebaut, denn es hätte gut sein können, dass er ganz schön nass gewesen wäre, wenn der Eimer auch Wasser enthalten hätte. Besondere Hilfsmittel erlaubten es, eine Arbeit zu tun und dennoch ganz schön weit weg zu sein vom Schmutz selbst, dazu diente ein Staubtuch mit Griff oder auch ganz einfach ein Besen mit langen Stil, obwohl die Eine gar keine Besen braucht, denn „so weit unten will sie gar nicht putzen“. Auch zum Thema, wer jetzt die I-Die-Fee und wer die Du-Die-Fee sei, konnte keine Einigung gefunden werden. Als neues Betätigungsfeld fanden sie dann das verleasen an Elferräte, die zwar jetzt im Gremium sind, aber leider keine Frau mitgebracht haben, die man ja auch braucht für die vielfältigen Aufgaben in Küche, Theke und im Service. Besonders begehrt war dann auch ein junger Bio-Bauer, denn man wollte nicht hinter der Oberbürgermeisterin, Sabine Becker, zurückstehen und was sie hat, das wollten unsere Putzfrauen auch haben. Erstaunlicherweise hatte sich unsere Oberbürgermeisterin am Samstag auch tatsächlich nach Lippertsreute verirrt, und sie war auch nach der Pause noch da. Ein flottes Liedchen über die „vier Schritte vom Putzeimer“ beendete den Hausputz der Luibrchthalle, vorgetragen vom Narrenpräsidenten und seiner Frau.

„We Will Rock You“ hieß es dann, zu dem unser Ansager die Schwaben zur Fahrt nach Stuttgart aufforderte, obwohl dieses Musical inzwischen in Berlin ist. Dort war an diesem Wochenende gerade spielfrei, nur so konnten wir die „Faces“ für Lippersreute verpflichten. In schrillen Outfits mit Schottenkaro, Ketten, und Cherokeesen- Frisur hat uns das zweite Ballet der Harmonie mitgenommen in die Welt des Rock. Eine mitreißender Show-Mix aus Tanz, Musik, Licht und den markigen Musiktiteln von Queen wurde perfekt auf die Lippertsreuter Bühnen-Bretter gezaubert. Mit dieser Show werden sie sicherlich auch die verwöhnten Berliner begeistern. Dass sie auch eine Zugabe nicht außer Atem bringt, konnten sie dann gleich noch beweisen, denn ohne diese ging es natürlich nicht von der Bühne herunter.

Bei den gespielten Witzen gab es nach Jahren einige Änderungen im Ensemble. Alle haben sich nahtlos ins eingespielte Witze-Team integriert. Besonders beliebt sind immer wieder Polizei Witze, etwa wenn der Fahrer es ablehnt „auch noch die Hände vom Steuer zu lassen, wenn er schon betrunken fährt, das sei doch viel zu gefährlich“. Zwei Babys haben dem Publikum erklärt, woran man den Unterschied von Bub und Mädchen erkennen kann: natürlich „an den blauen Schühchen“. Die Blondine war sich nicht sicher, woran es liegt, dass die Küken nicht geraten, ob sie „von ihr zu tief gepflanzt wurden, oder ob sie zu eng beisammen sind“. Einen lauten Knall gab es, als der städtische Mitarbeiter die Schnecke erschlug, die die zwei schon den ganzen Tag verfolgt und beobachtet hatte. Die gespielten Witze sind sicher eine willkommene Abwechslung beim Lippertsreuter Bunten Abend. Kurz und schnell auf den Punkt kommen und den Lacher mitnehmen, dann gleich eine neue Szene. Vier Blöcke von gespielten Witzen wurden in das Programm eingebaut.

Aber jeder Bunte Abend geht einmal zu Ende. Doch zuvor wurde noch bei HVHLSDSFMF von den Musikantenfrauen der Superstar fürs Musikfest an Pfingsten gesucht. Eine hochkarätige Jury hatte es nicht leicht, die einzelnen Vorträge zu bewerten, zumal sowohl die Akteure als auch die Jury breit gefächert waren. Begonnen hat alles mit den ersten Kandidaten, den Geschwistern Hofmann, blond und braun, mit langen Abendkleidern und klaren Stimmen konnten sie schon mal punkten, auch wenn sie bei der Jugend erst Zustimmung fanden, nachdem sie auch noch ihr MDR Fernsehballett mitbringen. Auf der Piste immer topp und auch auf der Bühne hat Hansi Hinterseer seine Freunde. Auch nicht-Ski-fahrende weibliche Fans sind ganz hin und her gerissen von ihm und würden ihm zu jedem Konzert folgen, was sich in den vielen Rosen zeigte, die er bei seinem kurzen Auftritt erhielt. Die Jury war sich aber relativ schnell einig, ihn nicht zu engagieren. Viele Frauen in Publikum waren da ganz anderer Meinung. Alle Freunde der Blasmusik kamen auf ihre Kosten mit Vlado Kumpan aus der Slowakei, Europameister der Blasmusik. Virtuos spielte auf seiner Trompete. Mit etwas Übung wäre sogar ein Duett mit dem Dirigenten der Jugendkapelle möglich, aber dazu sind noch viele Fingerübungen notwendig. Shakira wäre noch eine Möglichkeit für das große Verbands-Musikfest, sie würde das Zelt mehrmals füllen und das Blut der überwiegend männlichen Fans in Wallung bringen. Eine Kostprobe gab es bereits beim Casting hier in Lippertsreute. Ihr Hüftschwung und ihre schlangenartigen Bewegungen waren ein Labsal für die Augen. Partystimmung war dann angesagt, denn Papi’s Pumpels mit ihren 70er Jahren Anzügen standen auf der Bühne und sorgten mit ihrem Hit „Honolulu“ für Stimmung. „Ihr seht in euren Anzügen so scheiße aus, dass es schon wieder toll ist“ war der Kommentar eines Jury-Mitglieds. Schlaghosen und Plateau-Schuhe waren ebenso stimmig, wie das andere Outfit, aber am meisten punkteten sie mit ihrer Stimmung. Das Ergebnis war dann nicht ganz überraschend: Am Freitag sorgen Papi’s Pumpels für Party-Stimmung, am Samstag sind dann die Geschwister Hofmann mit eigener Band und Ballett der Top-Akt und der Sonntag steht ganz im Zeichen der Blasmusik mit Vlado Kumpan. Am Montag ist dann wieder Blasmusik angesagt beim Verbandsmusikfest mit Festumzug.
Shakira durfte in Salem nicht auftreten und auch in Lippersreute erhielt sie keine Erlaubnis und Hansi Hinterseer durfte wieder nach Tirol zurück. Eine Zugabe von Shakira brachte alle auf der Bühne zum mittanzen.

Mit diesem Schlussvortag war die Stimmung nicht mehr zu toppen, so dass ein großes Finale den Schlusspunkt setzte. Nochmals waren alle Akteure des ganzen Abends auf der Bühne, auch die fleißigen Hände von Ton, Licht, Maske, Küche und die wuseligen Bühnenarbeiter. Durch das Programm führte wieder, hoffentlich nicht zum letzten Mal, unser Geburtstagskind Ronny A. Knepple, die Gesamtleitung hatte der Präsident des Narrenvereins Andreas Schairer.
Für die genau passende Musik zum Programm und danach sorgten „Lollypop“

 

 

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